Haarwundermittel Methylsulfonylmethan (MSM)

Über einige Blogs (u.a. der tolle Blog Lange Haare) bin ich vor ein paar Monaten auf Methylsulfonylmethan, kurz MSM, aufmerksam geworden. Das ist chemisch gesehen eine organische Schwefelverbindung, die auch im Körper vorkommt, aber durch starke Hitze- oder Kälteeinwirkung gestört werden kann.

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MSM wird als Nahrungsmittelergänzung häufig von Menschen mit Gelenkerkrankungen, Hautentzündungen, Allergien und bei Beschwerden des Magen-Darm-Traktes eingenommen. Positive Nebenwirkung können das verstärkte Haarwachstum und die signifikante Verbesserung von  stumpfen, brüchigem Haar, Haut und Nägeln sein.

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Natürlich soll diese Schwefelverbindung vor allem in Hühnereiern und Kaffee vorkommen.

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Trotzdem hatte ich dann gelesen, dass wir tendenziell zu wenig Schwefel zu uns nehmen. Als Ursache ist die moderne Landwirtschaft und deren Düngemethoden auszumachen. Durch den verwendeten Kunstdünger wird der Schwefelanteil der Erzeugnisse so gemindert, dass er beim Menschen nicht mehr ankommt. Dabei sollen die Symptome des Mangels so vielfältig sein, dass man sie meistens selbst gar nicht erkennt.

Was hat das alles nun mit den Haaren zutun?

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Als Baustoff baut MSM nicht nur Gelenke sondern auch Gewebe, Collagen, Haut und Hornhaut auf. Und was sind Haare und Nägel? Hornhaut bzw. Hornhautfäden. Es wird von 3-4 cm Haarwuchs im Monat (normal wären 1-2 cm) berichtet. Außerdem erzählen manche von mehr gefühlter Dicke und Griffigkeit des Haares, von dickeren Wimpern und Augenbrauen, kräftigeren Nägeln und Zuwachsen kahler Stellen. Und es geht noch weiter. Es soll bessere Ausdauer und Leistung beim Sport verursachen, Akne lindern und Gewebe straffen. Ein klarer Kandidat als Wundermittel. Interessant, dass noch kein größerer Hersteller, wie z.B. Abtei oder Flügge, in Drogerieregalen damit wirbt. Aber geheime, neu entdeckte Wundermittel haben den Hype im Netz sowieso häufig inne.

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Bei den Versprechungen oben, dürfte fast jedes Mädchen bzw. jede Frau Herzklopfen bekommen haben und ohne langes Zögern den Bestellknopf drücken.

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MSM gibt es als praktisch dosierte Kapseln oder als Pulver zum Verrühren. Ich habe mich gierig für das empfohlene Pulver von Makana entschieden, da man hier ´mehr´ für den Preis hat. Die Dosierung ist damit aber etwas schwieriger, was ich bald bitter zu spüren bekommen sollte.

Hier das Pulver:

Makana MSM 99,9% rein, Methylsulphonylmethan, 1er Pack (1 x 1 kg)
Hier die Kapseln:

Manako MSM Kapseln 120 Stück, (Methylsulfonylmethan), 1er Pack (1 x 84 g)

 

Zuerst zur Konsistenz, das Pulver sieht aus wie fein gemahlener Zucker und riecht etwas komisch. Es schmeckt sehr bitter, selbst mit viel Wasser verrührt, schmecke ich den bitteren Geschmack noch nach. Genauso im Orangensaft.

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Man muss auch gut Rühren damit alle Kristalle sich auflösen und man nicht ,am Ende des Glases, die bitteren Klümpchen runterwürgen muss. Aber im Gegensatz zu anderen, grässlich schmeckenden Einnehmbaren (allen voran für mich Almased), die ich zur Verschönerungszwecken eingenommen hatte, ist es definitiv ertragbar.

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Eingenommen habe ich erstmal einen ganzen Esslöffel für ein großes Glas. Dummer Weise nahm ich an, so würde man vielleicht bereits nach einem Monat Ergebnisse sehen.

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Das Ergebnis aber war nicht eine wahrgewordene Rapunzelmatte sondern eine ganze Menge Nebenwirkungen. Ich war tagsüber nur noch müde und antriebslos, fühlte mich matt und schlapp. Statt wie Rapunzel fühlte ich mich eher wie Dornröschen. Schlimm waren aber die ´schweren Träume´. Beim schlafen fühlte ich mich wie in einem Sarg, bewegungsunfähig, ohnmächtig in irgendwelchen seltsamen Albträumen gefangen. Ich schwitzte plötzlich vermehrt beim Schlafen, oft bin ich nachts aufgewacht und habe das T-shirt wechseln müssen. Nach 2 Wochen war ich psychisch total fertig. Tagsüber im Dämmerzustand und nachts Hauptdarsteller im Horrorfilm, ging es mir immer schlechter. Als ich endlich begriff, dass wohl das Pulver für das ganze Drama verantwortlich war, setzte ich es sofort ab. Tatsächlich konnte ich dann wieder gut schlafen und war tagsüber wieder fit. Eine Wohltat nach fast 2 Wochen Gruselkabinett.

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Doch wollte ich nicht so einfach aufgeben. Die Aussicht auf lange Haare (bis zum Po, wollte ich immer haben) war einfach zu verlockend. Nach einer Woche Pause nahm ich dann nur einen Teelöffel auf einem halben Liter ein. Von Horrorträumen blieb ich diesmal zum Glück verschont, aber eine leichte Antriebslosigkeit und Müdigkeit, nicht ganz so schlimm wie hochdosiert, waren wieder wahrnehmbar. Nach 1 Monat habe ich dann meine Haarlänge gemessen, aber ein Erfolg war nicht zu erkennen. Deshalb habe ich dann ganz aufgehört es zu nehmen.

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Fazit: Ich bin enttäuscht. Es war bei den 12 € zwar keine große Investition aber trotzdem möchte ich hier absolut keine Empfehlung aussprechen. Die Beeinträchtigung durch die Nebenwirkungen sind mir einfach zu vehement, als dass ich es weiter regelmäßig einnehmen möchte. Außerdem habe ich inzwischen mehrfach in anderen Foren gelesen, dass wir über Fleisch und andere Nahrungsmittel genug dieser Schwefelverbindung aufnehmen und das Methylsulfonylmethan nur bei Menschen mit einem diagnostizierten  Schwefelmangel etwas bringt. Auch die gesteigerte Leistungsfähigkeit hab ich nicht feststellen können, aber vll. lag das auch an meiner gedämpften Motivation für viel Sport zur Zeit. Falls ihr trotzdem Methylsulfonylmethan ausprobieren wollt, dosiert es nicht so hoch wie ich. Vielleicht hat ja auch jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Ich kann absolut den Hype um das Produkt nicht verstehen. Inzwischen habe ich andere Mittel gefunden, die wirklich das Haarwachstum anregen, aber selbst diese tun das nur minimal. Mal wieder ein Wundermittel, was viel verspricht aber nichts davon hält…

Wer es trotzdem ausprobieren möchte:
Makana MSM 99,9% rein, Methylsulphonylmethan, 1er Pack (1 x 1 kg)

 

Einige der benutzten Bilder unterliegen dem Copyright von rgbstock.com.

17 thoughts on “Haarwundermittel Methylsulfonylmethan (MSM)

    • Gute Pflege und ausgewogene Ernährung hält das Haar gesund, das ist viel wichtiger für das Haarwachstum als man denkt. Bei kaputten Haaren brechen die Längen immer wieder ab, was das Gesamthaarwachstum natürlich verringert.
      Man kann das Haarwachstum anregen mit einigen vitalisierenden Ölen und Schampoos.
      Zu nennen wären das Khadi-Amla-Öl und die Schampoos von Plantur39. Ein ausführlicher Test folgt noch.
      Vll bringt auch M2Lashes ja mal ein Schampoo raus.

    • Liebe Amaya,
      viele wissen nicht, dass MSM eine entgiftende Wirkung hat! Deine genannten Nebenwirkungen sind genau solche. Wer MSM nimmt, sollte am besten auch Bentonit oder Zeolith nehmen, um die gelösten Giftstoffe schnellstmöglich abzutransportieren. Desweiteren muss man viiiel trinken.. LG

  1. Man sollte es schon richtig machen. Und nicht einfach so nehmen ohne zu wissen wie viel. Es gibt auch eine Dosierempfehlung. MSM entgiftet, diese Gifte müssen ausgeleitet werden mit Zeolith zb.
    MSM ist ein wirklich guter Stoff der vieles kann. Da sind längere Haare dann vielleicht bei manchen ein Nebeneffekt. Aber keiner der weiß was es kann würde es deswegen nehmen. Zb Allergien gehen komplett weg. Ich brauch nicht eine Tablette mehr. 🙂

    • Da hast du recht. Ich denke jedoch, dass MSN lediglich als Haarwuchsmittel einzunehmen, keine gute Rechtfertigung ist. Denn als solches wurde es auf einigen Blogs angepriesen.
      Dieser Wachstumseffekt bleib bei mir aus. Und genau unter diesem Aspekt habe ich MSN getestet. Die entgiftende Wirkung war mir gar nicht bewusst. Danke für deine Anregungen 🙂
      Evtl. sollte ich MSN nochmal als Entgiftungsmittel betrachten und einen zweiten Artikel unter diesem Aspekt darüber schrieben.

      • Vielen Dank für deinen Link. Ich werde mir die Tage das alles nochmal genauer durchlesen.
        Vielleicht werde ich nochmal einen Artikel über Msn schreiben, der sich rein mit der entgiftenden Wirkung auseinander setzt.
        Diesen Artikel werde ich trotzdem erstmal in der Form beibehalten aber ich werde deinen Verweis gerne miteinbeziehen.
        Es gibt leider genug Blogs, wo MSN lediglich als Haarwundermittel angepriesen wird.
        Ich freue mich aber sehr über das informative Feedback von euch!

      • Hi 🙂

        Deinen Beitrag habe ich genau zur passenden Zeit entdeckt – hab nu eine Weile Pause mit MSM hinter mir, grad endlich mal Zeolith gekauft und dank dieses Beitrags werde ich dann mal wieder mein MSM ausbuddeln und kombinieren. 🙂

        Wie andere schon schrieben, entgiftet MSM, die von dir erlebten „Neben“wirkungen waren vermutlich Entgiftungserscheinungen. Ich denke, um eine nachhaltige Wirkung zu verspüren, müsste man es länger als 1 Monat nehmen. Es ist ja kein Zaubermittelchen. Auch sollte man sich vorsichtig an die Dosis rantasten – mit 1 EL zu beginnen, ist krass. 😀

        Umso höher die Dosis, desto stärker die Entgiftung. Wenn die nun aber zu krass ist, niedriger dosieren und ggf. peu a peu die Dosis erhöhen. Ich hab seinerzeit mit 1 TL begonnen, bekam davon schon Kopfschmerzen, bin runter auf 1/2 TL und erst nach 4 Wochen wieder auf 1 TL hoch. Später habe ich 3 TL genommen, hätte aber noch höher gehen können. Hätte ich mit 1 EL begonne, uiuiui, möchte garnet wissen, wie es mir ergangen wäre.

        Im Geschmack gibt es wohl markante Unterschiede Hersteller zu Hersteller. Ich habe hier das von Vita Natura, fanden viele im Netz recht mild im Vergleich zu manch anderem. 🙂

  2. Ich habe hier meine eigene ehrliche Rezension geschrieben.
    Vielleicht habe ich mich nicht ausreichend informiert aber ich werde kein Produkt schönreden, welches mich nicht überzeugt.
    Meine Erfahrungen mit MSN stehen hier.
    Wenn du andere Erfahrungen gemacht hast oder nützliche Tipps hast, freue ich mich, wenn du sie uns mitteilst.

  3. Hallo Amaya,
    ich vermute mal, da bist du definitiv mit der Anfangsdosis zu hoch gegangen.
    Auch ein Teelöffel ist anfangs viel zu viel.
    Ich und mein Mann, wir haben das folgendermassen gemacht: 1.Woche: 1g (immer in Kombination mit etwas Vitamin C, dann wird das MSM nämlich besser vom Körper aufgenommen, gut ist z.B. Orangensaft).
    Ab 2. Woche: 2x täglich 1g
    Ab 3. Woche: 2x täglich 2g
    Ab 4. Woche:2x täglich 3g—- das haben wir dann 3 Monate lang eingenommen ( also täglich 6g in Orangensaft gelöst.
    Ab 4. Monat dann nur noch 2g täglich ( eine bekannte Ärztin meinte, das reicht. Lieber längerfristig und nur kleinere Mengen einnehmen.
    Jetzt nehmen wir das seit ca. 1 Jahr und ich bin total begeistert: dickes, gesundes Haar, ganz reine Haut und feste Fingernägel. Ansonsten hatte ich auch Knieprobleme, sind auch weg und meine Sehkraft hat sich auch wieder stark verbessert.
    Ich glaube, man braucht einfach Geduld beim MSM.
    So wie du das beschrieben hast, klang das alles nach Entgiftungserscheinungen, die geben sich aber nach 2 Wochen wieder.
    Also, vllt. versuchst du es ja nochmal zu einem späterenZeitpunkt?
    L.G. Kasi

    • Liebe Kasi

      Ich probiere es definitiv nochmal irgendwann 🙂
      Lieben Dank für dein ausfürliches Kommentar. Ich werde im Sommer nochmal einen Versuch wagen und dann einen Repost schreiben 🙂
      Lg amy

  4. An die Verfasserin des amüsanten Artikels- das konnte auch nicht gut gehen. 🙂 Ein Esslöffel entspricht etwa 10 g. Ein gesunder Mensch nimmt über die Nahrung rund 200 mg organischen Schwefel auf. Somit ist der Bedarf gedeckt. Das Geschwurbel, dass durch die heutige industrielle Verarbeitung der Lebensmittel Schwefel verloren ginge und somit supplementiert werden müsse, ist schlicht falsch. Guckst du hier mal wo überall organische Schwefelverbindungen lauern: http://www.rohkostwiki.de/wiki/Schwefel-Gehalt_von_Lebensmitteln. MSM in Dosen von 1- 2 g täglich kann bei Schmerzpatienten ( Rheuma, Fibromyalgie usw) hilfreich sein. Mit 10 g knockst du deinen Körper komplett aus. Bananen sind auch gesund, aber nicht 10 Stk. auf einmal. MSM ist kein Beauty Produkt und von der Firma Makana von fragwürdiger Herkunft.

  5. Man sollte für Haare, Fingernägel und Co. eher Biotin verwenden. Also das mache ich zumindest und es hilft prima. MSM hilft bei mir vor allem bei meinem mießen Muskelkater am nächsten Tag 😀

    • Josie, man sollte? Es kommt immer drauf an, woran es fehlt. Das sind ja keine Smarties, die „warum auch immer“ halt helfen, es sind NÄHRstoffe, die helfen, falls es daran fehlt. 😉

      Und dann kommts auch auf die Dosis an. Biotin half mir nie groß, auch net in höherdosiert. Kieselerde half gigantisch, aber auch das erst, als ich es höherdosiert nahm.

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